Dipl.-Ing. Bernd W. Krupka
Landschaftsarchitekt
BDLA- IFLA - BDB
Sachverständiger ö.b.v. AK Niedersachsen
Dienstleistungen zu:
  • Dach- und Bauwerksbegrünungen
  • Bau- und Abdichtungstechnik
  • Vegetationstechnik
  • Verfahrensfragen
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    Steildachbegrünungen können problematisch sein PDF Drucken E-Mail

    Erosionen an Vegetationsmatten 

    • Flächenerosionen, meistens in fleckenartigen Ausbildungen

    Ursachen:

    • Unzureichende Vegetationsdeckung beim Einbau.
    • Nachträglicher Vegetationsverlust durch Trockenschäden.
    • Ungeeignete Substratfüllung bzw. obere Substratabdeckung der Vegetationsmatten, wie zum Beispiel nur aus Kompost o. ä.Humuskomponenten.

    Innere Erosion der Vegetationstragschicht (Suffosion)

    • Grobkörnige, rollige Struktur an der Substratoberfläche mit Kornverlagerungen dem Gefälle folgend.
    • Vegetationsverlust insbesondere bei flachwurzelnden Pflanzenarten.
    • Schlechte Wiederbesiedlung durch Selbstaussaat im oben liegenden Grobkorn.
    • Abrutschungen der Vegetationstragschicht durch Ausbildung einer Gleitschicht aus Feinteilen auf der Unterlage.

    Ursachen:

    • Mangelhafte Ausbildung der Körnungslinie entspr. FLL-Anforderungen, dadurch: Verlagerung von Feinteilen durch Wassereinwirkung in den unteren Bereich der Vegetationstragschicht.
    • Entmischung des Substrates während des Transportes und Einbaues. Verschiedene Schäden an Vegetationsmatten die auch durch ständiges Begehen mit verursacht wurden.

    Abrutschungen und Nachsackungen der Vegetationstragschicht

    • Wulstbildungen im Traufbereich.
    • Teilabrutschungen in der Fläche.
    • Vollflächige Abrutschungen als Totalverlust des Schichtenaufbaues.

    Ursachen:

    • Mängel in der statischen Wirksamkeit von Schubsicherungskonstruktionen durch Stauchung oder Zugdehnung.
    •  Langsames Versagen von temporären Schubsicherungen (Holzlattengerüste im Schichtenaufbau) bei unzureichender Standfestigkeit des Begrünungsaufbaues durch Verwurzelungen.
    • Unzureichende Verankerung von Schubsicherungen bzw.Abstützung an der Dachtraufe.
    • Unzureichende, vollflächige Lagerstabilität der Vegetationstragschicht und Verzahnung des Substratgefüges mit der Unterlage z.B. durch raue Vliese, Rippenvliese oder Krallgewebe.
    • Zu große Teilflächen innerhalb der Schubsicherungsfelder ohne ausreichende Abtragung der Schublasten auf die geotextile Schutzlage.
    • Unzureichende Verdichtung des Substrates innerhalb der Schubsicherungsfelder, dadurch Absackungen und Spaltbildungen an den Hochpunkten.
    • Punktuelle Schäden durch Trittbelastungen. Unzureichende Verwurzelung der Vegetationstragschicht und mit der lastabtragenden Unterlage (z.B.Vlies ) d.h. keine statische Wirkung des Schichtenaufbaues als “Scheibe“.
    • Ausbildung einer unteren Gleitschicht durch Feinteilverlagerung nach unten (Innere Erosion).

    Erhebliche Vegetationsausfälle auf sonnenexponierten Dachflächen im Firstbereich und rückstrahlungsintensiven Teilflächen.

    • Ständige und großflächige Vegetationsausfälle.
    • Kleinflächige Vegetationsausfälle einzelner Arten erst nach einigen Jahren.
    • Langsame Reduktion einzelner Arten mit an sich guter Standorteignung.
    • Schockartige Vertrocknungen von höher aufwachsendem, krautigem Spontanaufwuchs oder von dichten Grasbeständen.

    Ursachen:

    • Falsche Pflanzenauswahl
    • Hitze und Trockenstress
    • Strahlungsreflektion und Wärmestau.
    • Aufheizung mit Wärmestau in Raster-Schubsicherungselementen bei nicht vollständiger Substratabdeckung.
    • Überwinterungsschäden insbesondere im ständigen Frost- und Taubereich sonnenexponierter Standorte.
    • Vegetationsumbildungen auf Grund von partieller Staunässe in Drän- und Speicherelementen oder Dränstau an der Traufe oder in Dachkehlen.
    • Langsam zunehmender Vegetationsverlust durch toxischen Schwermetalleintrag von Zinkund Kupferverblechungen.
    • Mängel in der Unterhaltungspflege ohne steuernde Maßnahmen.
    • Nachlassende Vitalität und Stressfähigkeit einzelner Pflanzenarten durch Standortkonkurrenz anderer Arten, ausgelöst u. a. durch Nährstoffmangel und pHWert Absenkung . (Typische z.B. bei Sedumarten die durch Moose verdrängt werden).
    • Unzureichende Fertigstellungs- und Entwicklungspflege.

     

    Schäden an Begrünungen mit Vegetationsmatten

    • Fugenbildungen an Bahnenstößen, hauptsächlich in Längsrichtung.
    • Risse und Mattenabrisse in Querrichtung. . Schrumpfungen bei Trockenheit im Mattenkörper.
    • Plattige Ablösungen der Substratoberfläche mit Begrünung.
    • Punktuelle Vegetationsausfälle oder linienartige Totalausfälle der Vegetation.

    Ursachen:

    • Irreversible Schrumpfung der technischen Komponenten des Mattenkörpers. (Schrumpfungen können durch schnelle, vollflächige und tiefe Einwurzelungen des Vegetationsbesatzes in die Substratschicht meistens aufgefangen werden).
    • Unzureichende Zugfestigkeit des Mattenkörpers.
    • Ungeeignete Substratfüllung, insbesondere aus Humuskomponenten.
    • Zu dicke Substratauflagen mit zu geringer Strukturhaftung und Armierung auf der Oberfläche der Vegetationsmatten.
    • hochstehende, linienförmige Konstruktionen zur Schubsicherungen auf denen die Vegetationsmatten direkt oder mit nur wenig Substratunterfütterung aufliegen.
    • Hohlstellen im Substrat unter den Matten.
    • Überlappungen an den Stössen.
    • Trittschäden an der Moos- und Sedumvegetation. 


    Mängel am vegetativen Erscheinungsbild

    • Generelle, starke Unterschiede in den Vegetationsbildern zwischen besonnten und nicht besonnten Dachteilflächen oder zwischen unteren und oberen Dachteilflächen.
    • Blühende und nicht blühende Dachteilflächen.
    • Grüne und braune Dachteilflächen in den Sommermonaten.
    • Hoher Spontanaufwuchs von ein- und mehrjährigen Kräutern und Gräsern.
    •  Ausbildung von niedrigen Moos-Sedum- Begrünungen, die wenig vital erscheinen.

    Ursachen:
    Generell gilt: Das Vegetationsbild ist Ausdruck der Standortbedingungen. Pflegemaßnamen sind Teil der Standortbedingungen.

    • Sehr unterschiedliche Standortbedingungen auf den Dachteilflächen, bedingt durch Exposition und Wasserhaushalt.
    • Partielle Vernässungserscheinungen an Tiefpunkten mit wechselfeuchten Standortbedingungen.
    • Unterschiedliche Nährstoffumsetzung (Mineralisierung) in der Vegetationstragschicht zwischen langen feuchten und schnell austrocknenden Teilflächen.
    • Auswaschung von Nährstoffen in die unteren Dachteilflächen.
    • Starke Absenkung des pH-Wertes mit Reduktion der Artenvielfalt.
    • Transportschäden von Vegetationsmatten mit partiellen Vegetationsund Substratverlusten bei schlechter Durchwurzelung.
    • Transportschäden von Vegetationsmatten durch zu lange Lagerung; insbesondere bei sehr warmer Witterung.

    Mangelnde Trittfestigkeit der Begrünungsoberfläche und der Vegetationstragschicht

    • Abscheren der Begrünung insbesondere auch von Vegetationsmatten.
    •  Bildung von Laufspuren durch regelmäßige Begehung, dadurch Stufenbildungen.

    Ursachen:

    • Vegetationsbedeckung nur aus wenig trittfesten Arten, wie insbesondere Moose und flachwurzelnde Sedumarten.
    • Zu geringe Vegetationsbedeckung mit schwacher Verwurzelung.
    • Substrate geringer Lagerstabilität (rollige Struktur).
    • Zu dicke Substratauflagen auf den Vegetationsmatten.

    Schäden an der Dachabdichtung und Dachkonstruktion

    • Überdehnung der Abdichtung
    • Risse in der Abdichtung.
    • Öffnungen an den Naht- Erosionen in einer unzureichenden Dachkehle verbindungen (in der Regel verdeckte Ausführungsmängel).
    • Versprödung der Abdichtung an ungeschützten Teilflächen (First, Ortgang).
    • Lockerungen und Abrisse von Schubsicherungen.
    • Deformationen und Abrisse an der lastabtragenden Konstruktion der Dachtraufe.
    • Verformungen und Abrisse von Blechverkleidungen an Ortgängen, Traufen und Dachgauben.

    Ursachen:

    • Mechanische Überlastung von Bauteilen während der Pflege und Wartung durch Missbrauch als ständige Steig- und Haltehilfen.
    • Das Fehlen von Sicherungseinrichtungen zum Personalschutz
    • Das Fehlen von Anleitungshilfen.
    • Das Fehlen von zusätzlichen Schutzmaßnahmen (Armierungen) der Begrünungsoberfläche auf häufig begangenen Wartungswegen.

     


     
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